Risikomanagement als Ratingfaktor

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09. Juni 2008
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Ratingagentur Moody's ist besorgt über das Immobilienkreditgeschäft von Lehman, das erheblichen Risiken ausgesetzt ist. Jede weitere Neubewertung der Vermögenswerte, die konzernweite Verluste zur Folge hätte, würde das Risikomanagement des Hauses Lehman ernsthaft in Frage stellen und seinem Namen erheblich schaden.

KÖLN, 9.6.2008. Die Ratingagentur Moody's hat den Ausblick für die Bonität der US-Bank Lehman Brothers Holdings Inc auf negativ geändert. Gleichzeitig bestätigte die Ratingagentur das Langfristrating der New Yorker Bank mit 'A1'. Die Herabstufung folgt auf die Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal der Bank: Lehman Brothers hatte zuvor einen Nettoverlust von 2,8 Mrd. USD mitgeteilt. Zudem kündigte die Bank eine Kapitalerhöhung von 6 Mrd. USD durch die Ausgabe von Stammaktien und einer Pflichtwandelanleihe an. Moody's bewertet diese Maßnahmen zur Bilanzverbesserung positiv. Moody's zeigte sich vor allem besorgt über das Immobilienkreditgeschäft von Lehman, das Risiken ausgesetzt sei, die im vergangenen Quartal nicht ausreichend entschärft wurden. Jede weitere Neubewertung der Vermögenswerte, die konzernweite Verluste zur Folge hätte, würde das Risikomanagement des Hauses Lehman ernsthaft in Frage stellen und seinem Namen erheblich schaden. Sie würde wahrscheinlich auch das Rating der Bank betreffen. Um den Ausblick zu stabilisieren, müsse Lehman nicht nur wieder dauerhaft profitabel werden, sondern vor allem ihre übergroßen Risikopositionen bei Hypotheken für private und gewerbliche Immobilien verringern.