Rating von Versicherungsunternehmen

ERM
-
10. Juni 2008
-
Redaktion RISIKO MANAGER

Während A.M. Best, Assekurata, Fitch Ratings, Moody?s Investors Service und Standard & Poor?s primär die wirtschaftliche Stabilität und Ertragskraft der Versicherer beurteilen, fokussieren andere Ratings die Qualität der Versicherungsprodukte oder wählen eine Kombination verschiedener Ansätze zu so genannten Verbraucher-Ratings und verknüpfen damit die Bewertung von Unternehmen und Produkten.

Bis vor wenigen Jahre spielten im deutschen Versicherungsmarkt Ratings eine eher untergeordnete Rolle. Erst seit jüngerer Zeit werden die Unternehmen etwas breitflächiger von externen Analysten auf den Prüfstand gestellt. So beurteilen Rating-Agenturen etwa A.M. Best, Assekurata, Fitch Ratings, Franke & Bornberg,  Moody?s Investors Service, Morgen & Morgen, Standard & Poor?s oder Stiftung Warentest die wirtschaftliche Stabilität und Ertragskraft oder auch die Produktqualität der Lebensversicherer. Die Adressaten des Ratings sind auf der einen Seite potenzielle Versicherungsnehmer und auf der anderen Seite Investoren. Bei Versicherungsratings wird grundsätzlich zwischen Produkt- und Unternehmensratings unterschieden. Während A.M. Best, Assekurata, Fitch Ratings, Moody?s Investors Service und Standard & Poor?s primär die wirtschaftliche Stabilität und Ertragskraft der Versicherer beurteilen, fokussieren andere Ratings die Qualität der Versicherungsprodukte oder wählen eine Kombination verschiedener Ansätze zu so genannten Verbraucher-Ratings und verknüpfen damit die Bewertung von Unternehmen und Produkten.
Folgerichtig tritt der Marketingcharakter des Ratings in der Assekuranz weit stärker in den Vordergrund, was dazu geführt hat, dass Tests und Ratings von Verbraucherorganisationen, Fachmedien oder Ratingagenturen, die einzelne Versicherungsprodukte und ganze Versicherungsunternehmen miteinander vergleichen, zuletzt fast wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. In einem zunehmend unübersichtlichen Versicherungsmarkt sollen diese ? so der Anspruch ? vor allem den Kunden, aber auch Maklern und anderen Interessenten eine zuverlässige Orientierung und Entscheidungshilfe bieten. Gleichzeitig hat sich der Markt für Tests und Ratings selbst zu einem boomenden, einträglichen Geschäft entwickelt. Vor diesem Hintergrund untersucht eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Psychonomics die Akzeptanz, Bekanntheit und Vertrauenswürdigkeit von Gütesiegeln aus Kundensicht sowie deren Einfluss auf konkrete Abschlussentscheidungen.
Demnach haben 61 Prozent der Deutschen Produktbewertungen und Versicherungsvergleiche in den Medien oder über die Information eines Vermittlers grundsätzlich bereits wahrgenommen. Etwa ebenso viele (63 %) vertrauen im Allgemeinen der Qualität von Testurteilen und Gütesiegeln; das Vertrauen in persönlich bekannte Gütesiegel ist nur geringfügig größer (66 %). In jedem vierten Fall (24 %) führen wahrgenommene Testergebnisse dazu, dass sich die Kunden näher über das Angebot der Versicherung informieren. Und immerhin 14 % der Versicherungskunden in Deutschland haben auf Basis der Testergebnisse auch eine bestimmte Versicherung abgeschlossen. Gleichwohl stellt das ?Fehlen? eines Gütesiegels für mehr als die Hälfte der Versicherungskunden (53 %) keinen grundsätzlichen Hinderungsgrund für den Abschluss einer Versicherung dar. Die Bekanntheit von insgesamt 17 untersuchten bekannteren Ratings schwankt in der Bevölkerung zwischen 7 und 63 Prozent, die ?besondere Vertrauenswürdigkeit? zwischen 3 und 57 Prozent. An der Spitze liegen jeweils die Gütesiegel von ?Ökotest? und ?Finanztest?, gefolgt von mediengebundenen Siegeln sowie den Ratings der Ratingagenturen (Assekurata, Fitch Ratings, Standard & Poor's, etc.), wobei sich teils deutliche Unterschiede in der Ausprägung und im Ranking nach Bekanntheit und Vertrauenswürdigkeit zeigen. Welche Werte die Ratingagenturen im Rahmen dieser Erhebung erzielten, wollte Psychonomics auf Anfrage unserer Redaktion nicht offenlegen.