Monoliner stehen vor Neubeginn

ERM
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06. Juni 2008
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Redaktion RISIKO MANAGER

Seit Monaten ist am Markt darüber spekuliert worden, nun ist der Fall eingetreten: Die beiden großen US-Anleihenversicherer haben ihre Topbonität eingebüßt. S&P senkte die Ratings von MBIA und Ambac um zwei Notches.

KÖLN, 6.6.2008. Seit Monaten ist am Markt darüber spekuliert worden, nun ist der Fall eingetreten: Die beiden großen US-Anleihenversicherer haben ihre Topbonität eingebüßt. Am Donnerstag senkte Standard & Poor's (S&P) das Rating der Bondversicherungstöchter von MBIA Inc und der Ambac Financial Group Inc auf "AA" von "AAA". Die Ratingagentur warnte zudem vor einer möglichen weiteren Herabstufung. Am Tag zuvor hatte bereits Wettbewerber Moody's Investors Service angekündigt, er werde die Bonität der beiden von der Subprimekrise belasteten Monoliner wahrscheinlich senken. Die Kurse von MBIA und Ambac gaben daraufhin deutlich nach. S&P begründete das Vorgehen mit einer anhaltenden Verschlechterung im Hypothekengeschäft. Die Ratings der beiden Muttergesellschaften wurden jeweils um drei Notches reduziert, Ambac liege nun bei "A" und MBIA bei "A-". Die  Bonitäten würden ebenfalls auch eine mögliche weitere Herabstufung hin überprüft, schreibt S&P. Am Markt wurde die Herabstufung weitgehend gelassen aufgenommen, da sie allgemein erwartet worden war. Nach der Herabstufung der Bonität seien weitere Kapitalerhöhungen nun wahrscheinlich vom Tisch, hieß es. Möglicherweise würden die beiden Monoliner nun Kapital auf "saubere" Töchter übertragen und so einen "Neubeginn" versuchen. Ambac kündigte bereits an, überschüssiges Kapital aus ihrer Versicherungstochter Ambac Assurance auf die Tochter Connie Lee zu übertragen, um auf diese Weise einen neuen "AAA"-Versicherer ins Leben zu rufen. Connie Lee, die Ambac 1998 erworben hat, ist Lizenzen für 47 US-Bundesstaaten. Deutsche-Bank-Analyst Darin Arita kann sich vorstellen, dass auch MBIA Mittel auf dem operativen Geschäft, die Rede ist von 1,4 Mrd. USD, nutzen wird, um einen neuen Anleihenversicherer mit einer sauberen Bilanz zu kreieren, der dann möglicherweise wieder eine Topbonität erhält. Alternativ könnte der Konzern rund 6 Mrd. USD im Form eine  Sonderdividende an die Aktionäre ausschütten.