Das neue Paradigma des „entscheidungsorientierten Risikomanagements“

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26. November 2019
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Werner Gleißner

Durch Präzisierungen im regulatorischen Umfeld sehen wir nun das neue Paradigma eines „entscheidungsorientierten Risikomanagements“, das über seinen Beitrag zur besseren Fundierung unternehmerischer Entscheidungen Mehrwert schafft. Die veränderten Rahmenbedingungen und die Implikationen für die Weiterentwicklung des Risikomanagements werden nachfolgend skizziert in Bezug auf den neuen Risikomanagement-Standard DIIR RS Nr. 2.

Von KonTraG zum „entscheidungsorientierten Risikomanagement“

Seit Inkrafttreten des Kontroll- und Transparenzgesetzes (KonTraG) [vgl. Füser/Gleißner/Meier 1999] im Jahr 1998 ist es die primäre Aufgabe des Risikomanagements mögliche „bestandsgefährdende Entwicklungen“ (§ 91 Abs. 2 AktG) früh zu erkennen. Neben bestandsgefährdenden Einzelrisiken sind dabei insbesondere Kombinationseffekte von Einzelrisiken zu untersuchen, die in der Regel Krisen- oder gar Insolvenzen auslösen, was eine Risikoaggregation mittels Monte-Carlo-Simulation erfordert [vgl. Gleißner 2017a und Gleißner 2017b].

Die wesentlichen Anforderungen an ein Risikofrüherkennungssystem fasst auch schon seit 1998 der IDW Prüfungsstandard 340 des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) zusammen, der auch auf die zentrale Bedeutung einer Risikoquantifizierung und Risikoaggregation verweist [vgl. Gleißner 2017a]. Mit dem IDW PS 981 für die freiwillige Prüfung von Risikomanagement-Systemen gibt es seit 2017 einen ergänzenden Standard, der sich auch mit Risikobewältigung befasst und vor allem die zentrale Bedeutung von Konzepten für die Messung von Risikotragfähigkeit, Risikotoleranz und Risikoappetit aufzeigt [vgl. Wermelt et al. 2017 und Gleißner/Wolfrum 2017]. Diese Regelwerke haben allerdings eine zentrale jüngste Anforderung an das Risikomanagement noch gar nicht thematisiert: Die notwendige entscheidungsorientierte Ausrichtung von Risikomanagement-Systemen. Gemeint ist damit ein neues Paradigma des Risikomanagements, demzufolge das Risikomanagement dazu beitragen soll, bei der Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen die dafür notwendigen Risikoinformationen zu liefern. Speziell sollte durch eine Risikoanalyse aufgezeigt werden, wie sich der Umfang an Chancen und Gefahren (Risiken) infolge einer Entscheidung verändern würde.

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 09/2019.
Die Ausgabe ist seit dem 30. Oktober 2019 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autor:
Prof. Dr. Werner Gleißner.
Vorstand der FutureValue Group AG, Honorarprofessor an der Technischen Universität Dresden (Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Risikomanagement).

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