BIZ: Zunehmende Ausfallrisiken bei Zahlungssystemen

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05. Juni 2008
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Systeme, die die globalen Finanzmärkte untermauern, werden immer vernetzter in zunehmend komplexen Weisen. Obwohl diese Vernetzung Vorteile bietet, entstehen daraus auch Risiken und Schwachpunkte. Die Ausfallsicherheit der Zahlungs- und Abwicklungssysteme hängt von einem effektiven Umgang mit diesen Risiken ab.

BASEL, 5.6.2008. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat angesichts der fortschreitenden Globalisierung vor zunehmenden Ausfallrisiken der globalen Zahlungs- und Abwicklungssysteme gewarnt. Die Schnelligkeit und Vielfältigkeit der möglichen Funktionsstörungen im weltweiten Zahlungs- und Abwicklungsverkehr sei nicht angemessen in Stresstests, Risikokontrollen, Notfallplänen und Maßnahmen im Krisenfall berücksichtigt, hieß es in einem aktuellen Bericht des BIZ-Ausschusses für Zahlungs- und Abwicklungssysteme. Globalisierung und andere langfristige Entwicklungen hätten zu einer zunehmenden Vernetzung der heimischen und grenzüberschreitenden Systeme geführt, hieß es weiter. "Die Systeme, die die globalen Finanzmärkte untermauern, werden immer vernetzter in zunehmend komplexen Weisen", sagte Timothy Geithner, Vorsitzender des BIZ-Ausschusses für Zahlungs- und Abwicklungssysteme. Obwohl diese Vernetzung Vorteile biete, entstünden daraus auch Risiken und Schwachpunkte. Die Ausfallsicherheit der Zahlungs- und Abwicklungssysteme hänge von einem effektiven Umgang mit diesen Risiken ab. Dieses effektive Management werde aber durch die Komplexität erschwert. Vor diesem Hintergrund empfahl der BIZ-Auschuss Notenbanken und anderen Behörden, ihre Strategien zum Risikomanagement zu überarbeiten und die Möglichkeit von Ausfällen einzuarbeiten. Zudem müsse die Koordinierung zwischen den verschiedenen Systemen verbessert werden. Darüber hinaus will der BIZ-Ausschuss die eigenen international anerkannten Standards für den Umgang mit Risiken der Zahlungs- und Abwicklungssysteme überarbeiten und gegebenenfalls anpassen, insbesondere mit Blick auf operative Risiken und Liquiditätsrisiken, damit sie die Herausforderungen infolge der neuen Interdependenzen widerspiegelten. "Die jüngsten Marktbedingungen heben hervor, wie wichtig eine robuste und zuverlässige Infrastruktur zur Stützung der Finanzmärkte ist", resümierte Geither, der auch Präsident der Federal Reserve Bank von New York ist.