Banksteuerung in der Niedrigzinsphase

ERM
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19. November 2019
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Konrad Wimmer

Banken und Sparkassen sollten sich wie beispielsweise Industrieunternehmen auch bei ihren Entscheidungen in erster Linie wertorientiert verhalten (wertorientierte Banksteuerung). Strategische und operative Entscheidungen sollten also prinzipiell anhand der aus der klassischen Investitionsrechnung bekannten Kapitalwertmethode getroffen werden. Letztere wird im Bankensektor üblicherweise als Barwertmethode bezeichnet.

So müssen Institute auf Basis einer auch strategisch ausgerichteten Geschäftsfeldrechnung in der Lage sein, naheliegende zentrale Fragen zu beantworten: Welche Vertriebswege, welche Produkte, welche Kundensegmente und welche Filialen bringen bezogen auf den nach SREP im Zuge der Geschäftsmodellanalyse relevanten Planungshorizont von mindestens drei Jahren welchen Profit?

Gleichzeitig muss die Bankpraxis jedoch das GuV-Ergebnis im Blick haben: der ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Process) beziehungsweise ILAAP (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process) der Europäischen Zentralbank (EZB), aber auch der von der deutschen Bankenaufsicht formulierte neue Risikotragfähigkeitsleitfaden (RTF) geben den Instituten den parallelen Steuerungsansatz sowohl nach der normativen als auch der ökonomischen (wertorientierten) Perspektive vor. Die auch nach MaRisk geforderte periodenbezogene Ergebnisspaltung belegt zusätzlich, dass die moderne Banksteuerung dem Dualismus „Wertorientierung und Periodenorientierung“ gleichzeitig Rechnung tragen muss.

Die aktuelle Studie „Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand“ („banking insight“ von msgGillardon in Kooperation mit dem Handelsblatt) unterstreicht in diesem Zusammenhang die zunehmende Bedeutung der Wertorientierung und die Abnahme der bislang klaren Dominanz der GuV-Steuerung. Beide Steuerungskreise werden damit künftig gleichberechtigt genutzt werden.

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 09/2019.
Die Ausgabe ist seit dem 30. Oktober 2019 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autor:
Prof. Dr. Konrad Wimmer
ist Executive Business Consultant bei der msgGillardon AG.

Bildquelle: iStock.com/ChristianChan